Aktuelles zu Hochwasserschutzmaßnahmen
Hochwasserschutz für die Lauenburger Altstadt
Der Januar 2011 stand für die Lauenburger Altstadt ganz im Zeichen eines Elbehochwassers, dessen Höchststand bei 9,23 m über NN lag.
Angesichts dieses Ereignisses bekam die seit Jahren geführte Diskussion um einen verbesserten Hochwasserschutz für die Altstadt einen neuen Anschub. Zum einen liegt heute bereits mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein eine Dokumentation des Hochwasserereignisses 2011 vor, zum anderen wird das Büro Golder, Hamburg, eine weitergehende Überlegung für einen praktikablen Hochwasserschutz bis zum Herbst diesen Jahres vorlegen.
Die angesprochene Dokumentation kann
hier (4,9 MB) heruntergeladen werden.
Für die weitere Bearbeitung zum öffentlichen Hochwasserschutz steht das Land Schleswig-Holstein zu seiner Aussage, sich an öffentlichen Maßnahmen mit 80 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten zu beteiligen. Welche dies konkret sein können, soll der erwähnte Auftrag an das Büro Golder aufzeigen.
Gegenstand der Expertise wird sein, welche Maßnahmen des Hochwasserschutzes vor dem Hintergrund der unterschiedlichsten Einflussfaktoren vertretbar zum Einsatz kommen können. Dabei werden auch die Varianten aus dem bekannten Gutachten von Prof. Pasche von der TU Hamburg-Harburg aus dem Jahr 2007 einfließen und neu bewertet werden. Allerdings ist eine Rückkehr zu der damalig präsentierten und zur Abstimmung gestellten sogenannten Variante 2 („öffentliche Hochwasserschutzanlage unter Inanspruchnahme privater Grundstücksflächen“) nicht umsetzbar.
Eine Großlösung mit Erhöhung der Elbuferpromenade, Einbau von Spundwänden sowie mobilen Schutzsystemen vor der Altstadtkulisse wird angesichts der zu erwartenden Gesamtkosten nicht weiter verfolgt werden können. Der vorsichtig geschätzte Kostenrahmen solcher Lösungsansätze von 20 Mio. € wird sich absehbar nicht finanzieren lassen. Eine weitere Diskussion über solche Lösungen wird einen bezahlbaren und effizienten Schutz der Altstadt nur unnötig verzögern.
Nach Auffassung der beteiligten Stellen wird mit Hilfe des neuen Auftrages an das Büro Golder unter Beteiligung der betroffenen Grundstückseigentümer zu klären sein, welches Hochwasser-Schutzziel für die Lauenburger Altstadt unter den vielfältigen Anforderungen des Katastrophenschutzes, der Wasserwirtschaft, der Denkmalpflege, der Stadtentwässerung und der finanziellen Situation der öffentlichen wie der privaten Haushalte vertretbar ist.
Der Gesprächsfaden mit der Bewohnerschaft der Lauenburger Altstadt soll mit Vorliegen der Ergebnisse aus dem oben angesprochenen Auftrag wieder aufgenommen werden. In diesem Zusammenhang werden auch Beratungen angeboten, wie der öffentliche Hochwasserschutz mit eigenen Maßnahmen an den privaten Grundstücken kombiniert werden kann.
Der zuständige Wasser- und Bodenverband Delvenau-Stecknitzniederung und die Stadt Lauenburg/Elbe sind sich mit dem Land Schleswig-Holstein einig, dass nicht weitere Zeit mit Debatten vertan werden darf. Erklärtes Ziel ist noch im Jahr 2011 zu einer verbindlichen Lösung zu kommen, die dann umgehend realisiert werden kann und soll.
Weitere Infos im Stadtentwicklungsamt unter Telefon: 04153 / 5909-400 - Herr Nieberg